EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE ALTLANDSBERG
 

 

Herzlich willkommen in unserer Gemeinde!

 

Schön, dass Sie zu uns gefunden haben. Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Evangelischen Kirchengemeinde Altlandsberg und möchten Ihnen auf unserer Website die Möglichkeit bieten, die Vielfalt der Gemeinde kennen zu lernen, freuen uns, Ihre Neugierde wecken zu können, mehr über gelebten Glauben zu erfahren, der sich in den Kreisen der Kinder-, Jugend-und Familienarbeit, der Frauen- und Seniorengruppe und ebenso in der Liebe zur Musik und dem Erhalt und der Pflege unserer Kirchen äußert. Wenn in Ihnen das Bedürfnis wächst, selbst Teil dieser Gemeinschaft zu sein, werden Ihnen Pfarrer Johannes Menard und die Mitglieder des Gemeindekirchenrates bei der Bekräftigung Ihrer Beweggründe oder auch einfach nur bei Fragen behilflich sein. Wenden Sie sich dazu bitte an das Pfarramt.

Bis bald in Altlandsberg!

Unsere Kirchengemeinde gehört zur großen Gemeinschaft der gut 46000 Gemeindeglieder des Kirchenkreises Oderland-Spree mit seinen 112 Kirchengemeinden (EKKOS), dessen Fläche die Brandenburger Landkreise Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Dahme-Spree und die kreisfreie Stadt Frankfurt/Oder umfasst und ist somit Teil der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), eine der 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Pfarrsprengel der evangelischen Kirchengemeinde Altlandsberg  besteht aus den Ortskirchengemeinden Altlandsberg, Buchholz, Bruchmühle, Seeberg, Wegendorf und Wesendahl. Er hat etwa 820 Gemeindeglieder. Leitungsgremium der Gemeinde ist der Gemeindekirchenrat. Etwa 40 Ehrenamtliche helfen bei den vielfältigen Aufgaben.



Aktuelles und Beachtenswertes

 

Einladung zur Gemeindefahrt nach Torgau am 11. Juni 2017

Wittenberg ist die Mutter, Torgau die Amme der Reformation - diese überlieferten Worte machen uns schon von vornherein klar, welches Selbstverständnis die ehemalige sächsische Residenzstadt der ernestinischen Kurfürsten an der Elbe von sich hat. Auch wenn ihr Dresden in Folge der Reformationskriege als politisches Machtzentrum den Rang abgelaufen hatte und sie zur Nebenresidenz degradiert wurde, hat sie bis heute durch ihr umfangreich erhaltenes Gebäudeensemble der Renaissance und die Bedeutung für die Reformation nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Luther verweilte mehrfach in ihren Mauern, verfasste dort zusammen mit Melanchthon, Bugenhagen und Jonas die für die Anerkennung der protestantischen Lehre so bedeutenden Torgauer Artikel, weihte auf Schloss Hartenfels 1544 mit der Schlosskapelle das allererste, nach evangelischen Maßstäben erbaute Gotteshaus ein. Seine Frau Katharina fand in der Torgauer St. Marien - Kirche ihre letzte Ruhestätte. Schlachten wurden um die Stadt im Siebenjährigen Krieg und in den Napoleonischen Befreiungskriegen geschlagen und schließlich begegneten sich am 25. April 1945 amerikanische und russische Soldaten am Torgauer Brückenkopf zum ersten Mal auf deutschem Boden und feierten das nahende Ende dieses grausamsten aller bis dahin wütenden Kriege. Es darf dabei aber auch nicht vergessen werden, dass der Name der Stadt Torgau in Verbindung gebracht wird mit der Errichtung eines russischen NKWD-Lagers und später, in der Zeit der Diktatur des Proletariats, mit einem geschlossenen Jugendwerkhof.


Geschichte(n) auf Schritt und Tritt. Und damit uns nichts von alledem entgeht, hat auch in diesem Jahr Ehepaar Runge-Kuß wieder alle logistischen Fäden gezogen und für unsere Gemeinde ein Ausflugspaket geschnürt, das eine Menge Abwechslung, Informationen und viele neue Eindrücke verspricht. Wenn Sie also jetzt neugierig geworden sind und Freude an einem Tagesausflug im Kreis der Gemeinde haben, dann zögern Sie nicht lange und melden sich im Pfarramt bzw. bei Herrn Ernst Kuß an. Das Tagesprogramm und die Kontaktinformationen finden Sie im Downloadlink.│eko


Schloss Hartenfels mit Blick auf die Schlosskapelle © Enrico Konkel

Beliebigkeit

Einige Tage vor Ostern fuhr ich durch eine Siedlung. An einem Giebel entdeckte ich einen großen Weihnachtsstern – zu Ostern ? Viele Wochen vor Ostern, in der Passionszeit, schmücken Menschen einen Strauch im Garten mit bunten Ostereiern. Das sieht schön aus, aber Ostereier in der Fastenzeit?

Als ich einige Jahre im Handel tätig war, erlebte ich immer öfter Sonntagsöffnungen. Ein Grund dafür fand sich stets. Du bekommst doch an einem andern Tag frei, war das Argument gegen den Unwillen der Beschäftigten. Aber Dienstag ist eben nicht Sonntag. Die Beispiele mögen genügen.
Wir bekommen was wir wollen, jederzeit. Kirschen zu Weihnachten, Spargel im Oktober, Apfelsinen im Sommer. Die Jahreszeiten haben ihre Bedeutung für Frucht und Ernte verloren. Den Sonntagsbraten gibt es nicht mehr, denn wir können ihn täglich genießen. Aber genießen wir überhaupt noch? Freuen wir uns auf ein gutes Stück Fleisch, auf die Spargelsaison, auf die Feiertage?

Weihnachten war für mich als Kind der Höhepunkt des Jahres. Schon Wochen vorher war ich aufgeregt. Was würde ich unter dem Baum finden, ein überraschendes Geschenk oder doch nur den praktischen Schal und die Handschuhe? Wie würde der Baum selbst aussehen, wie im vorigen Jahr oder doch schöner gewachsen? Man schraubte zur Not Zweige ein, wenn er gar zu erbärmlich aussah.
Nein, ich preise nicht die vergangene Zeit, nicht die Armut, den Mangel und die politischen Verhältnisse schon gar nicht. Früher war nicht alles besser – keinesfalls.

Aber der Überfluss birgt auch Gefahren. Wir verlieren uns im Überangebot, in der ständigen Verfügbarkeit und vor allem im Verlust der Inhalte. Die Feste sind nicht nur arbeitsfreie Tage, sondern sie haben einen Anlass, einen Grund. Ostern ist eben nicht nur das Fest der Eier und Hasen, der mit Süßigkeiten überhäuften Kinder. Lassen Sie uns die Inhalte wieder wichtiger nehmen, an unsere Kinder und Enkel weitergeben. Ihnen davon erzählen was und warum wir da eigentlich feiern, auch sie brauchen diese Inhalte.

Die Kirchen sind sonntags leer. Viele meinen, sie sind überholt, überflüssig. Aber schauen Sie sich die Bilder entsetzter Zeitgenossen bei Unglücken, Katastrophen oder Terrorereignissen an. Die gleichen Menschen, die nicht in eine Kirche gehen würden, stehen mit Kerzen, mit Blumen, sie halten sich an den Händen und - sie beten. Da muss doch noch etwas sein, ein Sinn, ein Jemand, ein Halt, vielleicht Gott?

Lassen Sie uns innehalten, immer wieder auch und gerade ohne besondere Ereignisse. Suchen Sie im Gleichmaß nach Höhepunkten, nach Festen, nach echten Inhalten. Sie werden glücklicher – glauben Sie es mir.


Ihr Werner Kootz
Vielen Gemeindegliedern ist Werner Kootz aus den Gottesdiensten bekannt. Großer Beliebtheit erfreuten sich seine Textbeiträge in Gemeindebriefen oder seine Ansprachen an die Konfirmanden. Hier können wir nun mehr von ihm lesen - eigene Geschichten - nachdenklich, berührend, belebend.


© Enrico Konkel

Von Pontius zu Pilatus ... Redewendungen der Bibel

Es wird Ihnen beim Lesen dieser Zeilen wahrscheinlich wie Schuppen von den Augen fallen (Apostelgeschichte 9│18), denn viele Redewendungen, die wir heute noch wie selbstverständlich in unserem alltäglichen Wortschatz führen und bewusst anwenden, haben ihren Ursprung in Martin Luthers Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache vor fast 500 Jahren (1522 Neues Testament, 1534 Gesamtausgabe der Bibel). Dabei spielt es bei der Verwendung in unseren Gesprächen heute fast keine Rolle mehr, ob es sich um ein theologisches oder religiöses Gespräch handelt oder nicht.

Die Sprachkraft der Bibelübersetzung Luthers hat über die Jahrhunderte hinweg die Entwicklung der deutschen Sprache so intensiv geformt, dass heute noch jedem die eine oder andere Redewendung, bewusst oder nicht, in den Sinn kommt. War die Bibel für die Menschen in der anbrechenden Neuzeit durch die Allgegenwart der Kirche oft das einzige deutschsprachige Buch im Haus, welches erst durch die revolutionäre Erfindung des Buchdruckes mit beweglichen Lettern seine massenhafte Verbreitung unter größeren Bevölkerungsschichten fand, so verweist sie selbst heute in einem säkularisierten Umfeld die Mitbewerber in den Bestsellerlisten des Buchhandels auf die hinteren Plätze - und gibt somit immer noch Zeugnis davon ab, wie prägend Martin Luther Verhaltensweisen und Beschreibungen aus den Ursprachen ins Deutsche übertragen hat.   

Wenn Ihnen mal wieder alles wie in Sodom und Gomorra vorkommt, Sie jetzt weiter im Schweiße Ihres Angesichts von Pontius zu Pilatus rennen oder Ihre Perlen wie einen Augapfel hüten, damit sie nicht vor die Säue geworfen werden ... an dieser Stelle finden Sie jedenfalls wöchentlich bis zum Ende des Reformationsjahres eine Redewendung aus der neuen Übersetzung der Lutherbibel, bereitgestellt durch die Deutsche Bibelgesellschaft. Und denken Sie immer daran: Stellen Sie nie Ihr Licht unter den Scheffel und wuchern Sie mit den Ihnen anvertrauten Pfunden.│eko